Nachtsichtgeräte gegen Raubkopierer
In den Magdeburger Kinosälen hat es jetzt einen ersten Einsatz gegen Raubkopierer gegeben. Einer weltgrößten Filmverleiher, Warner Bros. hat mit Genehmigung des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt erstmals Nachtsichtgeräte eingesetzt, um ein illegales Abfilmen aktueller Filme von den Kinoleinwänden einzudämmen.
Ein erster Testlauf
Magdeburg ist nach den Erkenntnissen des Filmverleihers Warner Bros. eine der Hochburgen des illegalen Abfilmens aktueller Filme von den Leinwänden der Kinosäle. Nachdem der Verleiher dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt stichhaltige Beweise dafür liefern konnte, wurde ohne große Umschweife eine Genehmigung für einen ungewöhnlichen Testlauf im Kampf gegen die Raubkopierer-Szene erteilt: Mit Nachtsichtgeräten sollte das Treiben in den Kinos von Magdeburg überwacht werden.
Tatsächlich hatte der Einsatz der Geräte einigen Erfolg. Während der Testphase liefg gerade der letzte Harry Potter-Streifen in den Kinos an. Anders als bei einigen Filmen zuvor, kamen dieses Mal die ersten illegalen Raubkopien aber erst nach zwei Wochen in Umlauf. Warner Bros. zeigte sich zufrieden mit diesem Ergebnis und will den Einsatz der Nachtsichtgeräte erhöhen. Mehr dazu ist in dem Artikel “Nachtsichtgeräte im Kino” zu finden.
Nur bei begründeten Verdachtsfällen
Die Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH (ZKM) Elke Esser zeigte durchaus Gespür für das Problem mit der Privatsphäre durch die Verwendung der Nachtsichtgeräte zur Überwachung und erklärte, dass diese nur „in unregelmäßigen Intervallen und in begründeten Einzelfällen“ zum Einsatz kommen sollen. Eine feste Installation sei nicht vorgesehen, man wolle schließlich nicht den Voyeurismus einzelner Personen vorantreiben. Kritische Stimmen kommen von der Initiative „Stop1984.com“, die in der Observierung mit Nachtsichtgeräten einen Generalverdacht gegen Kinobesucher vermutet – gleichzeitig rief die Initiative zum Boykott auf.
Interessant in diesem Zusammenhang wären ohne Zweifel unabhängige statistische Erhebungen, die ermitteln, wie die regulären Kinobesucher zum Einsatz von Nachtsichtgeräten stehen und ob diese tatsächlich ihren persönlichen Filmgenuss beeinträchtigt sehen.
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